Meine Wurzel des Monats – die Meisterwurz

Jedes Jahr von Neuem erblühen unsere Heil- und Arzneipflanzen in den buntesten und schönsten Farben. Sie erfreuen unser Auge und unser Herz. Dabei bemerken wir nur einen kleinen Teil der Pflanze – meist ist der größere Rest unter der Erde versteckt – wie bei einem Eisberg.

Aber dieser Rest,… Dieser Rest trägt die gesamte Kraft in sich, die komplette Information der Pflanze. Häufig ist es so, dass aus den kleinsten Wurzelteilchen neue Kräuter entstehen können. Und diese unglaubliche Power der Wurzeln hat mich dazu bewogen, in diesem Jahr die Wurzeln monatlich in den Mittelpunkt zu stellen.

Diesen Monat widme ich der Meisterwurz, auch Kaiserwurz genannt. Und in diesem Falle heißt es tatsächlich „Nomen est Omen“. Nicht umsonst trägt die Pflanze diesen klingenden Namen. Immer wieder lese und höre ich, dass diese unglaubliche Heilpflanze auch „Ginseng der Alpen“ genannt wird.

Die Meisterwurz ist ein hübscher, weißer Doldenblütler, etwa knie- bis hüfthoch und kommt häufig im subalpinen Raum vor, da sie mit den kargen und extremen Bedingungen dort oben gut zurecht kommt. (Achtung beim Selbersammeln – man sollte die Meisterwurz eindeutig bestimmen können, da die Welt der weißen Doldenblütler unglaublich groß ist und einige darunter auch giftig sind.) Die Wurzeln gräbt man idealerweise im Frühjahr oder im Herbst, denn zu diesen Jahreszeiten steckt die gesamte Kraft der Meisterwurz in ihrer Wurzel. Unbedingt notwendig ist ein kleines Werkzeug, um Teile der Wurzeln auszugraben. Ich gehe immer dankbar und sorgsam mit den Pflanzen um, damit diese auch in den kommenden Jahren noch kräftig gedeihen können. Die Meisterwurz kann aber auch in Apotheken oder im Internethandel bestellt werden.

Ich verwende die Meisterwurz in zwei meiner Produkte – im „Oxymel für Sportler“ und im Blütenreich „Kräuterbitter – Verdauungsfreund“. Die Wurzel steckt voller Bitterstoffe, ätherischer Öle, Gerbstoffe und Cumarine. Diese Inhaltsstoffe bringen unseren gesamten Verdauungsapparat – Leber, Galle, Magen – und somit unseren gesamten Organismus auf Vordermann. Sie ist stärkend und aufbauend. Bekannt ist auch der gebrannte Meisterwurzschnaps, der in Tirol hergestellt wird. Er schmeckt intensiv, ein wenig erdig und auf Grund der Bitterstoffe auch etwas „hantig“. Wer es lieber weniger alkoholreich mag – die zerkleinerte Wurzel einfach mit heißem Wasser übergießen und zugedeckt einige Minuten ziehen lassen – je länger die Ziehzeit, desto intensiver und bitterer das Aroma. Ideal, wenn der Magen grummelt oder nach zu schwerem Essen. Noch einfacher – kleinere Wurzelstückchen einfach kauen.

Spirituell wird der Pflanze die Begleitung „geistiger Meister“ nachgesagt, die in seelischen und körperlichen Notzeiten unterstützen. Aus diesem Grund wurden Teile der Wurzel früher als Talisman genutzt.

Außerdem kann die Wurzel verräuchert werden und hinterlässt im Raum einen sehr feinen, balsamischen und leicht süßlichen Duft. Er soll uns aufbauen, beruhigen und stärken. Ich möchte gerne erneut unterstreichen, dass Räuchern recht wenig mit Hokuspokus zu tun hat. Durchs Räuchern werden die Inhaltsstoffe jeder Pflanze freigesetzt und von uns über unsere Riechschleimhäute aufgenommen und sind alsbald im Blut nachweisbar.

Vielen Dank für die beiden wundervollen Pflanzenfotos liebe Sandra Leis – gute Freundin, begnadete Kräuterfachfrau und vor allem warmherzige Wyda-Trainerin (Wyda – die Bewegungs- und Entspannungslehre der Kelten)

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