Die Meisterwurz – Königin der Wurzeln

Die Meisterwurz nennt man auch „Kaiserwurz“ und in diesem Falle heißt es tatsächlich „Nomen est Omen“. Nicht umsonst trägt die Pflanze diese klingenden Namen. Immer wieder lese und höre ich, dass diese unglaubliche Heilpflanze auch „Ginseng der Alpen“ genannt wird. Jedes Jahr erblühen unsere Heil- und Arzneipflanzen in den buntesten und schönsten Farben. Sie erfreuen unser Auge und unser Herz. Dabei bemerken wir nur einen kleinen Teil der Pflanze – ein großer „Rest“ verbirgt sich unter der Erde. Aber dieser Rest,… Dieser Rest trägt die gesamte Kraft in sich, die komplette Information der Pflanze. Häufig ist es so, dass aus den kleinsten Wurzelteilchen neue Kräuter entstehen können. Und die unglaubliche Power gerade der Meisterwurz hat ihr ihren klingenden Namen verliehen.

Beschreibung

Die Meisterwurz ist

  • ein hübscher, weißer Doldenblütler
  • etwa knie- bis hüfthoch und
  • kommt häufig im subalpinen, kalkhaltigen Raum vor.
  • Sie hat ovale, dreilappige Blätter, der Stiel ist rund und gerillt.
  • Diese Heilfpflanze kommt mit den kargen und extremen Bedingungen zwischen 1200 und 2600 Metern gut zurecht.
  • Sie liebt es eher halbschattig und bevorzugt feuchte Böden.
  • Ihre Wurzel ist außen bräunlich bis gräulich und innen weiß und wenn du darauf beißt, ist der Geschmack bitter und scharf.
Wilde blühende Meisterwurz
Wilde blühende Meisterwurz

! Achtung beim Selbersammeln – bitte grabe die Meisterwurz nur aus, wenn du sie eindeutig bestimmen kannst. Die Welt der weißen Doldenblütler ist unglaublich groß und einige Doldenblütler sind auch giftig. Es besteht durchaus die Gefahr der Verwechslung mit dem giftigen Schierling.

Bitte informiere dich auch zuvor, ob die Pflanze in deinem Sammelgebiet geschützt ist.

Du kannst die Pflanze aber gerne in deinem Garten (feucht, humos und halbschattig) anbauen – zur Verwendung und zum Studium.

Junge Meisterwurz im Garten
Junge Meisterwurz im Garten

Wann ist die richtige Zeit, um die Wurzeln zu ernten?

Die Wurzeln gräbst du idealerweise im Frühjahr oder im Herbst, denn zu diesen Jahreszeiten steckt die gesamte Kraft der „Kaiserwurz“ in ihrer Wurzel. Du brauchst unbedingt ein kleines Werkzeug, um Teile der Wurzeln auszugraben. Ich verwende dazu ein kleines Messer oder einen Wurzelstecher. Ich persönlich gehe immer sehr sorgsam mit den Pflanzen um, damit diese auch in den kommenden Jahren noch kräftig gedeihen können. Das bedeutet – ich grabe nur einen geringen Teil der Wurzel aus und nur von Pflanzen, die sehr kräftig gewachsen sind und schon ein paar Jahre „auf dem Buckel haben“. Die Meisterwurz kann aber auch in Drogerien, Naturkostläden, Apotheken oder im Internethandel bestellt werden.

Nach dem Ausgraben entfernst du am besten die lose Erde und reinigst die Wurzel vorsichtig. Im Anschluss kannst du die Wurzel luftig und warm trocknen.

Die Inhaltsstoffe und Wirkung der Meisterwurz

Die Wurzel steckt voller

  • Bitterstoffe
  • Ätherischer Öle
  • Gerbstoffe und
  • Cumarine

Diese Inhaltsstoffe bringen unseren gesamten Verdauungsapparat – Leber, Galle, Magen – und somit unseren gesamten Organismus auf Vordermann. Die „Kaiserwurz“ gilt als äußerst stärkend, fieberregulierend, hilfreich bei Husten und immunstimulierend.

! Bitte verwende die Wurzel nicht bei Entzündungen der Magen-/Darmschleim-haut oder wenn du unter Gallensteinen leidest.

Junge Meisterwurz kurz vorm Aufblühen
Junge Meisterwurz kurz vorm Aufblühen

Verwendung der Wurzel – Rezepte

Meisterwurzwein

Du nimmst 2 TL frische oder getrocknete Wurzel und mörserst sie leicht an, damit die Pflanze „aufgebrochen“ wird. Danach übergießt du die Wurzel mit 1/8 Liter hochwertigen Wein und lässt das Ganze über Nacht ziehen. Am nächsten Tag übergießt du das Gemisch erneut mit einem 1/8 Liter Wein. Am Abend lässt sich der Meisterwurzwein dann genießen.

In Schnaps ansetzen

Du kannst frische oder getrocknete Wurzeln verwenden, schneidest sie klein und gibst sie in ein Schraubglas. Danach übergießt du die Wurzeln mit 70%igen Alkohol, sodass alle Wurzeln gut bedeckt sind. Das verschlossene Glas lässt du nun etwa 4 Wochen stehen und schüttelst es täglich ein kleines bisschen. Nach der Ausziehzeit seihst du die Tinktur ab. Bitte verdünne die Tinktur unbedingt noch vorsichtig mit zimmerwarmen Wasser (auf 100ml Alkohol gibst du 70ml Wasser). Dosierung: täglich 10-30 Tropfen

Tee der „Kaiserwurz“

Wenn du es lieber weniger alkoholreich magst: 1-2 TL zerkleinerte Wurzel mit einem Viertel Liter Wasser übergießen, in einem Topf zum Sieden bringen und zugedeckt einige Minuten ziehen lassen. Je mehr Wurzel du verwendest bzw. je länger die Ziehzeit, desto intensiver und bitterer das Aroma. Ideal ist der Tee auch, wenn dein Magen grummelt oder du zu schwer gegessen hast.

Noch einfacher – du kannst kleinere Wurzelstückchen auch einfach kauen.

Bekannt ist auch der gebrannte Meisterwurzschnaps, der häufig in Tirol hergestellt wird. Er schmeckt intensiv, ein wenig erdig und auf Grund der Bitterstoffe auch etwas „hantig“.

Ich verwende die Meisterwurz in zwei meiner Produkte – im Kräuterbitter – Verdauungsfreund(wegen der Bitterstoffe) und imBio Oxymel – stärkend. (Weitere Infos zum Bio Oxymel und seiner unglaublichen Wirkung findest du hier.)

Bio Kräuterbitter und Bio Oxymel "stärkend" von Blütenreich
Bio Kräuterbitter und Bio Oxymel „stärkend“ von Blütenreich

Mythologie rund um die Meisterwurz

Spirituell wird der Pflanze die Begleitung „geistiger Meister“ nachgesagt, die in seelischen und körperlichen Notzeiten unterstützen. Aus diesem Grund wurden Teile der Wurzel früher auch als Talisman genutzt. Auch, um sich vor Ansteckungen jeglicher Art zu schützen. Die Meisterwurz war ein Schutzmantel für die Seele und den Körper und sollte Hexen vertreiben.

Früher galt die Meisterwurz als Allheilmittel.

Räuchern mit der Meisterwurz

Die Wurzel kannst du auch verräuchern. Sie hinterlässt im Raum einen sehr feinen, balsamischen undleicht süßlichen Duft. Dieser soll uns aufbauen, stärken, beruhigen und vor schädigenden Energien schützen.

Ich möchte gerne erneut unterstreichen, dass Räuchern recht wenig mit Hokuspokus zu tun hat. Durchs Räuchern werden die Inhaltsstoffe jeder Pflanze freigesetzt und von uns über unsere Riechschleimhäute aufgenommen und sind alsbald im Blut nachweisbar.

Räucherwerk von Blütenreich
Räucherwerk von Blütenreich

Weiterführende Infos findest du hier:

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