Oxymel

Oxymel oder Sauerhonig

Hast du schon von Oxymel gehört? Im Deutschen nennt man es auch Sauerhonig. Denn Oxymel setzt sich aus den beiden Wortbestandteilen „mel“ für Honig und „oxy“ für sauer zusammen. Oxymel ist eine wahrlich uralte „Medizin„. Es ist eine Mischung aus Honig und Essig und wird auch als Auszugsmittel für Kräuter verwendet. Obwohl Oxymel ja schon an und für sich heilende Wirkung hat. Aber ich fange am besten am Anfang an.

Oxymel – Geschichtliches

Oxymel gibt es vermutlich bereits seit der Antike. Schon damals wurde es regelmäßig als Stärkungsmittel, aber auch als Gesundungsmittel wegen der entzündungshemmenden und fiebersenkenden Wirkung verwendet. Beide ursprünglichen Bestandteile des Oxymels haben eine positive Wirkung. Gemeinsam sind sie unschlagbar.

Honig – einer der beiden Grundbestandteile

Auch wenn Honig immer wieder kritisch betrachtet wird, so gibt es inzwischen einige Studien, die belegen, dass du Honig als wertvolles „Gesundungsmittel“ ansehen kannst.

Honig – Inhaltsstoffe

Honig setzt sich aus Fruchtzucker, Traubenzucker, Malzzucker, Saccharose, Wasser, Mineralstoffen und weiteren wertvollen Inhaltsstoffen (wie z.B. Vitamine, Fermente oder Aminosäuren) zusammen. Durch die „Art der Herstellung“ durch die Bienen gilt Honig als fermentiertes Lebensmittel. Honig enthält auch antibakterielle Inhaltsstoffe und Wasserstoffperoxid, wodurch es antibiotisch wirkt.

Honig ist praktisch „unbegrenzt haltbar“, wenn du ihn richtig lagerst, d.h. möglichst gut verschlossen und dunkel.

(Übrigens – Honig entfaltet seine positive Wirkung auf den Menschen nur, wenn wir die Bienen ihr Werk bis zum Ende vollenden lassen. Der Honig sollte erst geerntet werden, wenn er reif ist. Wird der Honig zu früh entnommen, durch den Menschen weiter verarbeitet und „entwässert“, ist er praktisch wertlos.)

Wertvoller Honig

Honig – Wirkung

Honig enthält Einfachzucker und ist somit durch unseren Körper schnell verwertbar. Der Blutzucker steigt nicht wie bei herkömmlichen Zucker, der Honig liefert dennoch viel Energie. Daher wurde Honig – gemischt mit Wasser – schon vor etwa 2500 Jahren als isotonisches Getränk von Athleten verwendet. Es gibt heute Studien, die diese stärkende Wirkung vor, während und nach dem Sport bestätigen.

Honig wurde auch schon immer zur Wundheilung verwendet. Bienenhonig ist stark wasseranziehend und entzieht somit den Bakterien in den Wunden das Wasser, das diese zum Überleben benötigen.

Abgesehen davon wirkt Honig antibakteriell (hemmt z.B. Salmonellen, Staphylokokken und Kolibakterien), antibiotisch und basenbildend.

Essig – der zweite der beiden Grundbestandteile

Essig ist, wie auch Honig, ein wirklich uraltes Lebens-, wie auch Heilmittel. Man geht davon aus, dass Essig schon vor mehr als 10.000 Jahren verwendet wurde.

Er enthält – sofern er nicht über 45-50Grad erhitzt wurde, lebendige Essigbakterien, zudem jede Menge Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Vitamin A.

Essig – Verwendung und Wirkung

Essig wird durch Fermentation von alkoholhaltigen Flüssigkeiten (z.B. Apfelmost) mit Essigsäurebakterien hergestellt. Er zählt somit, wie auch Honig, zu den fermentierten Lebensmitteln. (Nur kurz nebenbei: alle fermentierten Lebensmittel haben eine unglaublich positive Wirkung auf unseren Darm bzw. auf die Besiedelung der Darmschleimhaut. Du kannst fermentierte Lebensmittel aus als „vergorene Lebensmittel“ bezeichnen.)

Früher galt Essig als Heilmittel und wurde nicht nur innerlich, sondern auch für Wickel angewendet (z.B. zum Fieber senken). Ebenso wurde es als Konservierungs-, Kräuterauszugs- aber auch Desinfektionsmittel verwendet.

Essig kann auch, verdünnt mit Wasser, bei Sonnenbrand als Wickel aufgelegt werden.

Er muss mindestens 5% Essigsäure enthalten und braucht gesetzlich kein Mindesthaltbarkeitsdatum!

Essig enthält sehr viele Antioxidantien und neuere Studien zeigen, dass er gut für Blutzuckerspiegel und Cholesterin ist. Zusätzlich wird ihm eine Verbesserung des Fettstoffwechsels bestätigt, wodurch dem Essig eine unterstützende Wirkung beim Abnehmen nachgesagt wird. Außerdem hat Essig eine antibakterielle, kühlende, basenbildende, entzündungshemmende und vor allem immunsystemstärkende Wirkung.

Oxymel ansetzen

Oxymel lässt sich ganz einfach selbst herstellen.

  • Du gießt hochwertigen Bio Honig in ein gereinigtes, desinfiziertes Glas.
  • Im Anschluss gießt du den von dir gewählten Bio Essig hinzu und rührst so lange, bis sich die beiden Lebensmittel gut vermengt haben. Ich nehme übrigens am liebsten naturtrüben Bio Apfelessig.
  • Das Mischverhältnis kannst du nach deinen persönlichen Vorlieben wählen – entweder 1, 2 oder 3 Teile Honig und dazu einen Teil Essig. Je mehr Essig du verwendest, desto saurer, aber auch desto flüssiger wird dein Gemisch. Ich verwende sehr gerne zwei Teile Honig und einen Teil Essig.
  • Du kannst das Oxymel nun pur verwenden oder aber du setzt Kräuter darin an.

Oxymel mit Kräutern

Ich verwende Oxymel gerne als Auszugsmittel für Kräuter. Viele Kräuterauszüge werden mit hochprozentigem Alkohol hergestellt. Dies ist nicht immer ideal für Kinder, Senioren und für häufigen Gebrauch. (Obwohl Alkohol auch seine Berechtigung hat, die Poren öffnet und nicht verteufelt werden sollte!).

Wenn du Oxymel mit Kräutern ansetzen möchtest, beachte bitte folgendes:

  • Vermische zunächst deinen Bio Honig und deinen Bio Essig – wie in Punkt „Oxymel ansetzen“ beschrieben.
  • Fülle deine gewünschten, gereinigten und zerkleinerten Kräuter in ein weiteres Glasgefäß.
  • Übergieße deine Kräuter mit deinem hergestellten Oxymel
  • Lass das Ganze für etwa drei Wochen kühl und dunkel „rasten“. Dadurch werden die Wirkstoffe aus den Kräutern in dein Oxymel gezogen.
  • Schüttle dein Oxymel täglich sanft – so verteilen sich die Wirkstoffe besser im Oxymel
  • Nach den drei Wochen seihst du dein Oxymel ab und füllst es in dunkle Flaschen. Es hält – meiner Erfahrung nach – mindestens eineinhalb Jahre.

Wichtig!

Übergießt du deine Kräuter mit Essig, lässt sie im Essig ziehen und versüßt das Ganze nach dem Abseihen mit Honig, hast du einen gesüßten Essigauszug. Es macht tatsächlich einen Unterschied, wenn du deine Kräuter gleich mit Oxymel ansetzt.

Oxymel Rezepte

Oxymel Rezept – Hustensirup

Mit Oxymel lässt sich ein wirklich guter Hustensaft herstellen:

Du brauchst

  • 75% Bio Honig (z.B. 510g Blütenhonig)
  • 25% hochwertigen, naturtrüben Bio Apfelessig (demnach 170g)
  • Je eine Handvoll angetrocknete oder getrocknete „Hustenkräuter“, z.B. Fichtenwipferl, Spitzwegerich, Königskerzenblüten, Eibischwurzeln, Quendel (= unser wilder, heimischer Thymian) und/oder Schlüsselblumen
  • Ein Schraubglas
  • Viel Liebe und ein wenig Geduld

Zubereitung

Du mischst den Bio Honig mit dem Bio Apfelessig und rührst so lange, bis sich der Honig „aufgelöst“ hat. Wenn du es weniger süß magst, nimm einfach weniger Honig. Anschließend gibst du deine Kräuter in ein Schraubglas (zu etwa 2 Drittel), füllst das Ganze mit deinem Honig-Apfelgemisch auf, verschließt dein Glas und lässt es etwa 3-4 Wochen dunkel ziehen; täglich ein wenig schütteln. Danach abseihen, abfüllen und bei Bedarf täglich bis zu 4 Esslöffel einnehmen.

Meinen fertigen Hustensirup kannst du hier bestellen, das stärkende Bio Oxymel hier.

Oxymel Rezept – bei grippalen Infekten

Ebenso hilfreich wie dein Hustensirup ist ein Oxymel Kräuterauszug mit Mädesüß, Lindenblüten und Holunder. Einerseits prophylaktisch gegen grippale Infekte, andererseits auch, wenn du akut unter einem grippalen Infekt leidest. Du stellst dein Oxymel für grippale Infekte gleich wie den Hustensirup her, verwendest allerdings die gerade genannten Kräuter.

Zwei Kräuterauszüge stelle ich persönlich nicht mit Sauerhonig her: einerseits meinen Kräuterbitter, andererseits meinen Kapuzinerkresseauszug. Und dafür habe ich auch meine Gründe. Bitterstoffe solltest du am besten ohne jegliches Süßen einnehmen – um die volle Wirkung der Bitterstoffe zu erreichen und deinen Körper nicht zu verwirren. Und die Scharfstoffe der Kapuzinerkresse vertragen sich meiner Meinung nicht ganz mit dem „süßen“ Sauerhonig.

Oxymel Anwendung

Die Anwendung von Oxymel ist denkbar einfach. Du leerst einen Esslöffel Oxymel (für Kinder ab eineinhalb Jahren einen Teelöffel) in ein Glas und gießt mit etwa 200ml kaltem oder lauwarmen Wasser auf. Du kannst dein Getränk bis zu drei Mal täglich genießen. Dein Körper und dein Darm danken es dir allerdings am allermeisten, wenn du das Oxymel nach dem Aufstehen vor dem Frühstück trinkst. Die basische und darmaufbauende Wirkung ist dann sicherlich am stärksten.

Ich liebe Oxymel im Sommer als Erfrischungsgetränk mit Eiswürfel und einem Blatt Zitronenverbene.

Mein fertiges Oxymel mit heimischen, stärkenden Heilkräutern (wie der Meisterwurz, die auch „Ginseng des Westens“ genannt wird) findest du hier. (Näheres zur Meisterwurz findest du hier).

Oxymel als Salatdressing

Wenn du dich so gar nicht für Oxymel als Getränk erwärmen kannst, kannst du einen Tee- oder Esslöffel, ganz nach deinem Geschmack, mit hochwertigem Bio Öl mischen und als Dressing für deinen Salat verwenden.

Weiterführende Literatur

  • Das große Buch vom Oxymel – Medizin aus Honig und Essig (Gabriela Nedoma)
  • Von Hand gemacht – Die Geheimnisse traditioneller Lebensmittel (Karin Buchart, Maria Anna Benedikt)
  • Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde – Grundlagen – Anwendung – Therapie (Ursel Bühring)
  • Vergessene Heiltinkturen – Alkoholfreie Pflanzenextrakte und ihre heilkundlichen Anwendungen (Gabriela Nedoma)

 

7 thoughts on “Oxymel”

  1. Karola Posth

    Hallo geht das auch mit getrockneten Kräutern und welche Menge nimmt man dann ? LG Karola posth
    Betrifft Herstellung Sauerhonig…

    Reply
    1. wordpressadmin Autor

      Liebe Karola! Ja – das geht selbstverständlich auch mit getrockneten Kräutern. Ich nehme dann meist etwas weniger Kräuter, etwa die Hälfte Kräuter, die andere Hälfte Honig-Essig Gemisch. Nur beim Spitzwegerich verwende ich lieber frischen – zumal er ja beinah das ganze Jahr wächst. Ich hoffe deine Frage beantwortet zu haben?!? Alles Liebe Isabell

      Reply
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