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Der BlĂŒtenblog

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Alles Liebe aus dem BlĂŒtenreich,
deine Isabell

Löwenzahn - meine Pflanze des Monats April

Gleich vorneweg – ich habe ja manchmal ein etwas gespanntes VerhĂ€ltnis zum Löwenzahn, meiner Pflanze des Monats April 😊. Auch wenn löwenzahngelbe Wiesen leuchtend schön sind und Kinder die Pusteblumen allzu sehr lieben – so soll er doch bitte nicht an jeder möglichen und unmöglichen Stelle in meinem Garten auftauchen 😇.

Wie gut, dass dieses „Unkraut“ gleichzeitig so heilkrĂ€ftig ist und uns somit mehr als entschĂ€digt. Beim JĂ€ten des „Zuviels“ kannst du die Wurzeln, BlĂ€tter, BlĂŒten und Knospen fĂŒr allerlei Hilfreiches verwenden.

Ja - du kannst alles vom Löwenzahn essen - von der Wurzel bis zur Spitze. Und auch die milchige FlĂŒssigkeit des Löwenzahns ist nicht giftig, sondern hinterlĂ€sst maximal ein paar lĂ€stige, braune Flecken.

Herz aus LöwenzahnblĂŒtenköpfen

Löwenzahn Wirkung

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale - aus der Familie der KorbblĂŒtler) enthĂ€lt viele Bitterstoffe, von denen wir heutzutage oftmals viel zu wenige aufnehmen. Dabei sind diese fĂŒr unsere Verdauung, den Stoffwechsel und das Entgiften ĂŒber die Leber enorm wichtig. Außerdem tut der Löwenzahn unserem Bindegewebe gut. Gerade im FrĂŒhling bringt uns die verdauungsfördernde Wirkung auf Trab. (Mehr zur FrĂŒhjahrskur gegen FrĂŒhjahrsmĂŒdigkeit findest du im Blogbeitrag "FrĂŒhjahrskur mit heimischen KrĂ€utern")

Löwenzahn wirkt leicht abfĂŒhrend und harntreibend. Gleichzeitig ist er aber auch ein wahres StĂ€rkungsmittel, weswegen meine persönliche Liebe fĂŒr ihn groß ist.

Abgesehen von den Bitterstoffen enthÀlt der Löwenzahn viele, viele Vitamine (Vitamine A, E und C) und Mineralstoffe & Spurenelemente.

Am besten kannst du die HeilkrĂ€fte des Löwenzahns nutzen, indem du ihn ĂŒber mehrere Wochen in deine ErnĂ€hrung einbaust. Wobei - dies gilt generell fĂŒr all unsere HeilkrĂ€uter.

Löwenzahn Rezepte

Es gibt vielfÀltige Möglichkeiten, wie du den Löwenzahn nutzen kannst.

Löwenzahnsalat

    Die jungen BlĂ€tter des Löwenzahns kannst du im frischen FrĂŒhlingssalat verwenden. Entweder du sammelst weitere frische, ungedĂŒngte KrĂ€uter (wie Giersch, Gundelrebe, BĂ€rlauch, Schafgarbe oder Spitzwegerich) und stellst - gemeinsam mit deinen LöwenzahnblĂ€ttern einen reinen WildkrĂ€utersalat her. Oder aber du ergĂ€nzt zum Beispiel deinen "normalen" Salat mit einigen wenigen LöwenzahnblĂ€ttern, die du klein geschnitten in dein Dressing mischen kannst.

    Wenn dich die Geschmacksrichtung „bitter“ noch nicht wirklich glĂŒcklich macht – pflĂŒcke deine LöwenzahnblĂ€tter im frĂŒhen FrĂŒhling oder nutze im Verlauf des Jahres einfach junge, "nachtreibende" und zarte BlĂ€ttchen.

    LöwenzahnblĂŒte

    Löwenzahntee

    Um einen Löwenzahntee herzustellen gibt es verschiedene Möglichkeit - du kannst ausschließlich die BlĂ€tter (frisch oder getrocknet) oder die Wurzeln oder eine Kombination von beidem fĂŒr deinen Tee verwenden. Ich habe fĂŒr dein Rezept die letzte Variante gewĂ€hlt.

    Gib 1 Teelöffel frische Wurzel (im FrĂŒhjahr oder Herbst gegraben) und ein wenig Kraut in einen Topf mit einem Viertel Liter Wasser, lass das Ganze aufkochen und danach zirka 15 Minuten ziehen. AbkĂŒhlen lassen und unbedingt ungesĂŒsst trinken. Etwa 2-3 Tassen am Tag.

    Löwenzahn Honig

    Weil es beim Thema Löwenzahnhonig immer wieder zu Verwirrung kommt, gleich vorneweg: der Löwenzahnhonig hat rein gar nichts mit echtem Bienenhonig zu tun. Er wird ganz einfach mit Zucker und ganz ohne Honig hergestellt. Wenn du dich vegan ernĂ€hrst, ist das ein großer Vorteil. Gleichzeitig kannst du dich aber nicht auf die Wirkweisen des echten Honigs berufen.

    Und noch einen zweiten Punkt möchte ich hier anfĂŒhren - die Wirkstoffdichte des Löwenzahnhonigs ist nicht besonders hoch. Wenn du also sehr viel Wert auf die Wirkstoffe des Löwenzahns legst, kannst du es gerne mit einem der anderen Löwenzahnrezepte versuchen.

    Du brauchst

    • 500g LöwenzahnblĂŒten (pflĂŒcke diese am besten im April oder Mai an einem sonnigen Tag, nachdem es bereits zwei Tage trocken war)
    • 1000ml Wasser
    • 1,5 kg Bio Rohrzucker
    • 2 Bio Zitronen

    So gehtÂŽs

    Koch zunĂ€chst das Wasser ab und fĂŒlle es dann gemeinsam mit den LöwenzahnblĂŒten und den in Scheiben geschnittenen Biozitronen in ein GefĂ€ĂŸ.

    Decke das GefĂ€ĂŸ sorgfĂ€ltig mit einem KĂŒchentuch ab und lass das Ganze ĂŒber Nacht ziehen. Am nĂ€chsten Tag presst du die Zitronen aus, seihst deinen Ansatz ab und fĂŒllst deinen Auszug (ohne BlĂŒten und Zitronen) in einen Kochtopf. Gib den Zucker hinzu und lass deine Mischung fĂŒr mindestens eineinhalb Stunden vorsichtig am Herd köcheln. Abseihen, heiß in steriliserte GlĂ€ser fĂŒllen. KĂŒhl und dunkel lagern und bei Bedarf verwenden - z.B. mehrmals tĂ€glich einen Teelöffel  bei Halsschmerzen pur einnehmen, als leckeren Brotaufstrich, fĂŒr Obstsalate oder aber einfach als ErgĂ€nzung in deinem Salatdressing.

    Wenn du deinen Löwenzahnhonig lieber dickflĂŒssiger magst, kannst du ihn noch wesentlich lĂ€nger (mehrere Stunden) köcheln lassen oder auch mit etwas Pektin eindicken. Du kannst die Konsistenz ganz einfach ĂŒberprĂŒfen, indem du ein wenig des Löwenzahnhonigs wĂ€hrend des Kochvorgangs auf einen Teller gibst, abkĂŒhlen lĂ€sst und schaust, ob du die gewĂŒnschte Konsistenz bereits erreicht hast.

      Löwenzahntinktur

      Im zeitigen FrĂŒhjahr (oder im Herbst)

      • erntest du die starken Wurzeln (2-3),
      • reinigst bzw. bĂŒrstest sie,
      • schneidest sie klein und
      • trocknet diese und
      • ĂŒbergießt sie danach mit hochprozentigem (am besten 70%ig) Bioalkohol.
      • 3 Wochen ziehen lassen
      • Abseihen und die Tinktur unbedingt mit etwa der gleichen Menge Wasser (mit Ă€hnlicher Temperatur) verdĂŒnnen und abfĂŒllen.

      Du kannst 3x tgl. einen Teelöffel davon einnehmen. Die Tinktur wirkt verdauungsfördernd und ist außerdem gut fĂŒr Leber und Galle.

      Weitere Rezepte

      • Du kannst einen leckeren Löwenzahnlikör fĂŒr die Verdauung nach dem Essen aus den wunderschönen BlĂŒten und Biokorn oder Bioobstler herstellen.
      • Die BlĂŒtenknospen kannst du fĂŒr mehrere Wochen in einem Glas mit Essig einlegen – du kannst dann das leckeres "GemĂŒse" auch im Winter genießen.
      • Löwenzahnkaffee - um diesen herzustellen erntest du ebenfalls die Wurzeln, reinigst, schneidest und trocknest sie. Im Anschluss röstest du die Wurzeln langsam, vorsichtig und ohne Fett in der Pfanne. Nicht alleine lassen und kontinuierlich rĂŒhren, damit die Wurzeln nicht anbrennen und schwarz werden. Nach dem AuskĂŒhlen kannst du die Wurzeln in einer KaffeemĂŒhle mahlen und daraus einen "Kaffee" herstellen.

      Löwenzahnwurzel

      Wie fĂŒr alle Wurzeln gilt auch beim Löwenzahn - bitte grab sie am besten im FrĂŒhjahr oder im Herbst aus. Denn dann hat der Löwenzahn noch oder wieder die meisten Wirkstoffe in seinen Wurzeln. Die Wirkstoffedichte des Löwenzahns ist in seinen Wurzeln besonders stark. Zur Löwenzahnwurzel habe ich einen extra Blogbeitrag geschrieben "Löwezahnwurzel - meine Wurzel des Monats". Ich verwende die Löwenzahnwurzel in zwei meiner Produkte "Bio KrĂ€uterbitter - Verdauungsfreund", wo ich die Bitterstoffe nutze und "Bio Oxymel "StĂ€rkend"", wo es um die stĂ€rkende Kraft der Löwenzahnwurzel geht.

      Die LöwenzahnblĂŒten habe ich auch fĂŒr die Wasserdampfdestillation verwendet. Lies doch einfach gleich weiter "Wasserdampfdestillation mit LöwenzahnblĂŒten". Alles zum Thema Löwenzahnwurzel findest du im Blogbeitrag "Löwenzahnwurzel - meine Wurzel des Monats".

      Achtung bei Allergien auf KorbblĂŒtler, da der Löwenzahn ja zu dieser Pflanzenfamilie gehört.

      Achtung bei Gallensteinleiden, Gallengangs- oder Darmverschluss solltest du die Anwendungen vorher mit deinem Arzt abklÀren.

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